02.11.2016

THE ELECTRIC PRUNES unheimlich

 
THE ELECTRIC PRUNES – the electric prunes 
(US 1967, mono)

THE ELECTRIC PRUNES – the electric prunes 
(BRD 1967, stereo)


Vor ein paar Monaten zog ich beim Plattenhändler eine völlig verwarzte Ausgabe der deutschen Pressung des Debuts der Electric Prunes aus dem Stapel. Nach entsprechendem Wiederaufpäppeln blies mich der Sound dieser Platte ziemlich um. Ich konnte sogar endlich hören, wie toll die meisten der anderen Stücke neben den beiden Hits doch eigentlich sind. Ganz große Bubblegum-Psychedelik, die für mich im Verbund mit Cover und Sound gleichzeitig eine der unheimlichsten Pop-Platten überhaupt ist.

Produziert hat Dave Hassinger, eine Art Dave Fridmann der Sechziger Jahre. Breitwandig, groß, in dunklen Räumen verhallt. Nun besorgte ich mir auch die Mono-Version, die ein echter Monomix ist und kein Folddown, also mit Sorgfalt den Sound auf kleinerem Raum verteilt. Das zurrt den Sound natürlich enger zusammen, ich muss aber sagen, es ist dadurch in diesem Fall nicht besser als die Stereo-Version geworden, denn Hassinger ist ein Meister des Breitwandformats, und er weiß eben auch den Stereo-Raum gut zu nutzen. Ich würde Mono und Stereo hier mal gleichwertig nebeneinander stellen, vielleicht sogar die Stereo-Version vorziehen. Wumms gegen Breitwand. Doing, doing, doing, hey!


Die zweite von den Electric Prunes, "Underground", erschien einen Wimpernschlag nach dem Debut und gefällt mir überhaupt nicht. Nicht selten auf gängigen Blues-Idiomen basierende Tracks, weniger Psychedelik-Pop, mehr Fuzz und immerhin ein schönes Country-Stück. Die Songideen waren weg, weil das großartige Auftragsautorinnen(!)-Team Annette Tucker und Nancie Mantz kaum noch beteiligt war und die Band ihre eigenen, eher dürftigen Songs spielen durfte. Danach war dann eigentlich Schluss mit der Band, der Name "Electric Prunes" musste für ein Projekt herhalten, das mit der Ursprungsband nichts mehr zu tun hatte.

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