10.11.2016

CD-Check Februar 2016


Animal Collective
Painting With“ (Domino Records)
Es piepst und orgelt, stampft und gluckert, wie Kinderspielzeug in den Händen von Erwachsenen, von sehr kreativen Erwachsenen. Popbunt und psychedelisch kommt das neue Album von Animal Collective „Painting With“ daher. Synthesizer legen schnelle Rhythmen unter den Opener „FloriDada“, wie ein Kaleidoskop fächert sich der mehrstimmige Gesang im Stück „Lying In The Grass“ auf. Ist es Pop? Ist es Elektronik? Ist es Psychedelic? Ist es auf jeden Fall, und zwar alles drei. Die New Yorker Band erweist sich – einmal mehr - als bunte Wundertüte. Aufgenommen wurden die immer wieder überraschenden, hochgeschwinden Songs in den East West Studios in Hollywood, in denen auch die Beach Boys gearbeitet haben. Ein Trip.
4 von 5

Birds Of Chicago
Real Midnight“ (Five Head Entertainment/Cargo Records)
Ihre Musik sei „weltlicher Gospel“ sagen die beiden Macher der US-Band Real Midnight, J.T. Nero und Allison Russell. Er schreibt die Songs, sie übernimmt meist die Frontstimme, auch im wahren Leben sind die beiden ein Paar. Weltlicher Gospel, kann es das geben? Was die Intensität ihrer Musik angeht, auf jeden Fall. Stilistisch haben Birds Of Chicago keine Scheuklappen auf: Countryeskes steht neben Rockigem, Tanzbares neben Meditativem. Und Soul hat es sowieso jede Menge, wenn Allison Russell ihre warme, strahlende Stimme erhebt, getragen von einem formidablen Background-Chor. Geschmückt durch den Sound einer Sixties-Orgel, genauso wie durch Steel-Gitarre, Banjo, Piano oder Blues Harp. Wunderschön.
5 von 5

Your Friend (Domino Records)
Gumption“
Sie lässt ihre Stimme schweben, dazu hallt und braust es, geloopte Sounds scheinen auf und verschwinden wieder. Your Friend, dahinter steckt die junge US-Musikerin Taryn Miller, die mit „Gumption“ ihr Album-Debüt vorlegt. Miller schickt einen durch verrätselte Sound-Landschaften, unternimmt ambientige Forschungsreisen durch den Äther. Zeitweise fühlt man sich an den Altmeister Brian Eno erinnert. Die studierte Musikerin Miller spielt selbst die Gitarre, Bass, Drums, Synthesizer und bedient Loop-Station und Tonbandgerät, hat aber auch noch ein paar Gastmusiker an ihrer Seite. Trotzdem: Auf die Dauer ist das Ergebnis – besonders der Gesang – einfach zu eintönig geraten.
2 von 5

(bejblog)

Kommentare:

  1. Your gumption trotz schlechter bewertung in 2 monaten vorhanden?

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  2. Aus Versehen denselben Beitrag zweimal gepostet.

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