16.11.2016

CD-Check April 2016


Neko Case, K. D. Lang, Laura Veirs
Case/Lang/Veirs“ (Anti Records)
Schlicht selbst betitelt haben die drei formidablen Musikerinnen Neko Case, K. D. Lang ihre erste musikalische Kollaboration. Das Selbstbewusstsein ist angebracht. Ihr Singer-Songwriter-Folk klingt vielschichtig (mit Streichern, Horn, Pedal Steel, Drums, Gitarren, Piano), warm, träumerisch. Etwa im wunderbar mit Cello begleiteten Song „Blue Fires“, der an das großartige Album „July Flames“ von Laura Veirs erinnert. Die drei Stimmen vereint, ergeben ein starkes harmonisches Fundament, auf dem mal die eine, mal die andere Soloparts übernimmt. Wunderbar auch das schleppende, soulige „Why Do We Fight?“. „Georgia Stars“ punktet mit treibenden Drums und dunkel twangender Gitarre. Wunderschön der Dreiklang der Stimmen im sehnsüchtigen „Greens Of June“. Mehr kann man nicht wünschen.
5 von 5

Laura Gibson
Empire Builder“ (City Slang)
Auch sie hat eine Stimme, die man nicht so schnell vergisst: warm, klar und mit einem speziellen Timbre. Laura Gibson ist eine Musikerin, die ihren Sound auf Folktraditionen aufbaut, aber dabei nicht stehen bleibt. Auf ihrem neuen Album setzt sie auf prägnantes Songwriting, zu dem auch mal eine verzerrten E-Gitarre gehören kann, genauso wie eine Pedal Steel oder verwunschene Streicher-Arrangements. Unterstützt wird Gibson von Gitarrist Dave Depper (Death Cab for Cutie) und Drummer Dan Hunt (Neko Case). Herausgekommen ist ein wunderschönes Stück Musik. Frühlingsleicht, ohne ein Leichtgewicht zu sein.
5 von 5

Night Moves
Pennied Days“ (Domino Recording)
Poppig bunt wirkt das Cover des Albums „Pennied Days“. Poppig bunt klingen auch die Songs, zumindest aufs erste Hören. Hinter dem eingängigen Eindruck, mit Gitarren mit viel Hall, sonnigem Gesang und Piano, scheint aber eine weitere Ebene auf, die eher ins Psychedelische weist. Die Folkiges und Retro-Rockiges einpflegt in die Pop-Oberfläche der Songs, die davon handeln, seinen Weg zu finden. Night Moves, 2009 von zwei Schulfreunden gegründet, nennen Musik von Bob Dylan bis Daft Punk als Vorlieben. Nach dem Debüt „Colored Emotions“ zeigen sie sich mit dem Zweitling weiterhin offen für Entwicklungen.
3 von 5

Brass Bed
In The Yellow Leaf” ( Modern Outsider)
Der Name des vierten Album der Band Brass Bed leitet sich ab von einem Essay des US-amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson. Die Musik von Brass Bed aus Lousiana ist dynamischer, sich oft ins Disharmonische steigernder Songwriter-Indie-Rock. Die Stimme von Sänger Jonny Campos klingt meist schmeichelnd sanft und hell, ein Gegensatz zu dem gerne ins Noisige kippenden Sound, wie etwa im Song „“More Than You Can Imagine“. Atmosphärisch düster kommt das schleppenden „Yellow Bursts Of Age“ mit verzerrter Gitarre daher. Famos, das rhythmisch vertrackte „Figure It Out“. Eine spannende Angelegenheit.
4 von 5
(bejblog)

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