03.10.2015

RAS MICHAEL superreligiös


RAS MICHAEL & THE SONS OF NEGUS love thy neighbour (1979)

Nyahbingi ist eine vorwiegend auf Trommeln und Chants beruhende taditionelle Musik, die auf den Rasta-Meetings (Grounations) trance-ähnlich eingesetzt wird. Manchmal kommen auch noch Gitarren, Keyboards, Bass und Drums dazu. Und einmal geschah es auch, dass sich Lee Perry solcher Aufnahmen annahm. Das war zum Ende der Black Ark, Perrys Studio, kurz bevor es in Flammen aufging. Zu der Zeit war Lee Perry mental schon nicht mehr in der Lage, Platten herauszubringen, sodass der Legende nach Ras Michael die Tapes heimlich aus der Black Ark rettete und 1979 auf Jah Life veröffentlichte. Ein paar Jahre später gab es ein erstes Reissue, auf dem dann aber kurioserweise drei Tracks durch zwei andere ausgetauscht wurden, was auch Reggae-Autorität Steve Barker ziemlich verdattert zurückließ („Only in the crazy world of reggae business could this happen“).

„Love Thy Neighbour“ ist hypnotische Superreligion, die Trommeln mumpfen beseelt im linken Kanal, die Chants im rechten, und die Black Ark verbindet sie mit ihrem speziellen Kleber aus Effekten und anderen magischen Seltsamkeiten. Nicht unähnlichen den anderen Experimenten, mit denen Perry in der Spätphase der Black Ark den Reggae-Kosmos erweiterte, und die ihn zu Zusammenarbeiten mit afrikanischen und indischen Musikern bewegte.

Meine Version von „Love Thy Neighbour“ ist ein neuerliches LP-Reissue, es fehlen auch dort die drei ursprünglichen Tracks. Die zwei, die dafür kamen, sind aber keinesfalls schlechter. Natürlich sind die gestrichenen drei - "Do You Know", "Long Time Ago", "Jesus Christus Is The King (Dreadlock)" - vollkommen unverzichtbar. Man besorge sie sich bitte als vor zwei Jahren von Jah Life veröffentlichte 12''.



RAS MICHAEL & THE SONS OF NEGUS 
love thy neighbour 
1979


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