29.01.2014

BLACK BANJO SONGSTERS nicht im blut














BLACK BANJO SONGSTERS
black banjo songsters of north carolina and virgina 
Folkways 1998






"The sounds and social history of African American banjo playing—32 superb instrumentals and vocals, recorded between 1974 and 1997."


Das Bild zeigt das Gemälde "The Banjo Lesson" von Henry Ossawa Tanner, 1893. Eines der eher raren Beispiele, wo Banjo spielende Afro-Amerikaner nicht als arme, aber glückliche, emotionsgesteuerte, zu Spaß und Tanz aufspielende Halbwilde dargestellt werden. Stattdessen ein intimes Setting, in dem ein Erwachsener einem Kind in ungestörter Atmosphäre das Banjospielen beibringt. Beide konzentrieren sich still auf die Aufgabe des Lehrens und des Lernens. Niemand hat hier irgendwas "im Blut". Es geht um das Begreifen und Umsetzen einer Spieltechnik.

Die Bedeutung dieser Szene wird besonders deutlich, wenn man mal nach Beispielen sucht, wie sonst (nicht nur) zu jener Zeit Afro-Amerikanische Musiker dargestellt werden. 




HENRY OSSAWA TURNER
the banjo lesson 1893




23.01.2014

TIM BUCKLEY dream letter










TIM BUCKLEY  dream letter - live in london 1968 (VÖ 1990)




Buckley war ja in der Zeit zwischen 1967 und 1970 sein eigenes Genre, eigentlich waren seine Platten jener Zeit wiederum innerhalb des Buckley-Genres eigene Genres. Umso größer meine Freude, als es 1990 einen unerwarteten Live-Nachklapp gab. Buckley im Konzert in London 1968, mit so nie gehörter Besetzung, weil Pentangle-Bassist Danny Thompson nur dieses eine Mal mitspielte. Recht frei werden die Songs umspielt, mit Buckleys Stimme als improvisierendem Mittelpunkt, um den sich alles dreht und wendet. Neben bekannten Buckley-Tunes auch mit sechs vorher unveröffentlichten Songs (drei eigene, drei Coverversionen), die für sich schon wieder eine ganze, genre-definierende Platte ergeben hätten. Magie, wenn man mich fragt. Der Sound ist vielleicht etwas zu kristallin, aber wie dem auch sei: Ein seltenes Beispiel dafür, dass auch 22 Jahre nach der Entstehung einer Aufnahme, sie noch nachträglich bei Veröffentlichung in den Kanon eingebaut werden kann.

13.01.2014

JONATHAN RICHMAN entscheidungsfindung


 Der gute Jonathan zweifelt noch, ob er sich die totschicken Stiefel zulegen soll:


JONATHAN RICHMAN jonathan goes country 1990  




















Triffft dann aber die richtige Entscheidung:

 

05.01.2014

IT'S IMMATERIAL song + bild

 







IT'S IMMATERIAL song 1990




Zweites und offiziell letztes Album des Poptüftler-Duos. Kein Song lädt hier zu Remixen ein, wie es noch auf "Life's Hard And Then You Die" (1986) der Fall war. Stattdessen Sozialbeobachtungen (Arbeitslosigkeit, Vorstadtleben, Biographien 'gewöhnlicher' Menschen), genauestens in elektro-akustische, oft ruhende Formen gegossen. Wie sein Vorgänger ein Ewigkeitsanwärter.

Die Band produzierte in den 1990ern noch ein komplettes, vollständiges drittes Album ("House For Sale"), das aber vom Plattenlabel mit Standardfloskel abgelehnt wurde ("Too dark"). Ein paar Songs daraus hat das Duo, das offenbar immer noch existiert, auf ihrer Soundcloud-Seite veröffentlicht. Was man hören kann, ist eher weniger dark als "Song". Mir unbegreiflich, warum sowas nicht veröffentlicht wurde.






DAVID BOMBERG mount st hilarion and the castle ruins 1948