15.12.2013

POLMO POLPO knusprig








POLMO POLPO the science of breath 2002





Schöner tektonisch aktiver Rausche- und Techno-Ambient. Wem je beim Hören des seltsam knuspernden Geräuschs, das manchmal über zugefrorene Seen zieht, warm ums Herz wurde, der wird sich hier vielleicht heimisch fühlen. Von 2002 und immer noch gerne gehört.



14.12.2013

ROGUE'S GALLERY versunken









ROGUE'S GALLERY pirate ballads, sea songs, & chanteys  
2006




Ausuferndes Piratenmotto-Projekt von Hal Willner mit mal wieder allem was Rang und Namen hat (bis auf Tom Waits und Oberpirat Keith Richards, weswegen es 2013 dann noch mit "Son of Rogues Gallery" einen Nachklapp gab). Angenehmerweise größtenteils kratzig oder dunkelatmosphärisch gestaltete Versionen, die eher mal in Schicksalen versinken als sich rockhymnenmäßig aufzublasen.

 







 

HOWARD PYLE marooned 1909





13.12.2013

TONY JOE WHITE stetes hoodoo









TONY JOE WHITE hoodoo 2013




Recht geradlinige, im Groove nahezu meditative Veranstaltung, die neue Platte von Tony Joe White. Klingt auf heutigen Stand der Technik gebrachte Billy-Swan-Gedächtnis-Produktion, womit dann der unschlagbar guten Phase White's gedacht wird, nämlich seinen ersten zwei Platten "Black And White" und "... Continued" von 1969.

Statt sich über herausragendes Songwriting den Kopf zu zerbrechen, gibt White hier mehr den Stoiker, der eine Grundidee pro Song einfach durchzieht und wenn er dann schon dabei ist, den nächsten Song auch noch damit bestreitet. Sowas kann sich nur jemand leisten, der vollstes Vertrauen in seine Fähigkeiten hat und in der Lage ist, eine Idee immer wieder anders zu spielen, obwohl er immer wieder das Gleiche spielt. Das Gleiche, nicht dasselbe. Darin liegt die Kunst.



Und da es so schön ist, in diesem Post immer wieder das Foto zu sehen, auf dem Tony Joe White immer wieder mit Gitarre und Verstärker auf Stuhl und vor Hütte sitzt, hier gleich nochmal:

12.12.2013

GLENN JONES erzählt geschichten aus











GLENN JONES the wanting 2011




Glenn Jones trägt nicht nur ein Bild von sich und John Fahey am Schlüsselbund, sondern letzterer brachte ersterem auch ins Bewusstsein, dass es völlig reicht, sich mit einer Akustikgitarre auf die Bühne zu stellen, den Mund zu halten und einfach zu spielen.

Dabei hat Glenn Jones einen Stil an der Stahlsaite entwickelt, der nicht ganz an die Sprödigkeit heranreicht, die Fahey oft in seine Tracks einfließen ließ. Dafür spielt Jones irgendwie verliebter, nicht selbstverliebter, aber mit runderen, ausschmückenden Melodien. Vielleicht ist er mehr der Geschichtenerzähler, während Fahey die Eckpunkte von Geschichten eher nur anriss, sie roh behauen dem Hörer zur Ausformung überließ, nicht ohne ihnen aber noch etwas sehr sehr Altes mit auf den Weg zu geben.



11.12.2013

HOWE GELB arbeiterklasse









HOWE GELB  dreaded brown recluse 1991




 Aus einer Zeit, als man noch nicht wusste, was man von Gelbs kleinteiligen Jazzy-Snips halten sollte, die er mehr und mehr in seine Giant Sand-Alben einflocht. Dreaded Brown Recluse war Gelbs erstes Solo-Album, und ich befürchtete eine weitere Übung in Kleinteiligkeit und zerfledderten Songfragmenten. Aber stattdessen kam ein relativ aufgeräumtes Country-Folk-Album, mit neuen aber auch ein paar alten Songs in neuem Gewand. Kleine Puzzleteile wurden zwar auch in die Runde  geworfen, aber insgesamt ein tolles Album. Ich sah Giant Sand wieder in der Spur, nicht wissend, dass das Howe Gelb-Oevre in den nächsten Jahrzehnten ins quantitativ Gigantische anwachsen würde. Mit allem Halbgaren und Tollen und allem tollen Halbgaren. Ein wildes Stück Land amerikanischer Musiktradition. Gelbs aktuelle Platte zeigt ihn sepiadurchtränkt wie einen Erntearbeiter zu Zeiten der Depression.