29.06.2013

JAN JELINEK stadt hinter scheiben









JAN JELINEK AVEC THE EXPOSURES
la nouvelle pauvreté 
2003



Ich weiß nicht mehr, welches Konzept dem zugrundeliegt, aber Jan Jelineks Platten liegt immer ein Konzept zugrunde. Für mich ist "La Nouvelle Pauvreté" wie ein unbeachtetes Ereignis, das erst im Nachhinein an Bedeutung gewinnt. Mir scheint, Jelinek verwendet hier besonders unscheinbare Samples und Elektronika, die man leicht überhören kann, denen er aber in der Summe einen beiläufigen dramatischen Spin gibt. Nie habe ich je ein Sample auf einer Jelinek-Platte identifizieren können. Musik, die sich bewegt wie eine Stadt hinter Scheiben. Vor zehn Jahren meine Platte des Jahres, zusammen mit "Headdress" von den Sunburned Hand Of The Man. In unregelmäßigen Abständen begleiten sie mich immer noch. Meist im Sommer. Immer mit Gewinn.















28.06.2013

SUICIDE zweiter versuch









SUICIDE second album
1980



Ich glaube, Suicide wollten sich immer in die Charts schwelgen. Nicht in irgendwelche Nischen-Charts, keine Indie-Top 10 oder Elektro-Rockabilly-Top 3 oder No-New-York-Charts Top 50. Die wollten ganz oben stehen in den stinknormalen Normalo-Charts. Das konnte mit Alan Vega als leidenschaftlichem Psych-Crooner und dem billig knallenden Elektrokasten von Martin Rev natürlich nicht gelingen, auch wenn sie mit Ric Ocasek, damals mit den Cars erfolgreich, einen Produzenten an Bord hatten, mit dessen Hilfe man sich vielleicht einbildete, etwaige Dollarmillionen vage am Horizont erblicken zu können. Klappte nicht, aber die zweite Suicide ist so gut wie die erste. Gradliniger und majestätischer aber.

27.06.2013

GLENN JONES fairplay














Die ultimative Olympiahymne für mich: "Even to win is to fail", weil mit dem eigenen Gewinn mindestens ein anderer immer verliert. Sich dessen bewusst zu sein, ist der Kern des olympischen Geists, wie ich ihn mir hier einmal spontan zu postulieren erlaube.
 
Toller Song übrigens. Von Stahlsaitengitarrenspieler Glenn Jones: