12.05.2013

RODDY FRAME im rückbesuch














RODDY FRAME – western skies (2006)

Nach längerer Abstinenz bin ich heute nochmal durch die Songs von „Western Skies“ geglitten, habe mich an ihrer Klasse und auch an ihrer adulten Würde delektiert, mich daran gefreut, dass ich das Album als Ganzes nicht mehr verinnerlicht hatte, ich also gar nicht mehr genau wusste, was als Nächstes kommen würde – und bin dann bei jedem Song wieder aufs Neue überzeugt worden.

Ich bleibe dabei: Roddy Frame hat nichts Besseres gemacht. Selbst die erste Aztec Camera verliert gegen diesen aufgeräumten Sound, der nur soviel bietet wie nötig, das aber mit vollem Effekt. Gerade weil die Arrangements vollkommen gewöhnlich sind – ein bisschen Folk hier, ein Bossa da, eine Prise Country dort – schöpft sich die Klasse hier aus den Songs selber. So wenig Blendwerk muss Musik erstmal aushalten.

06.05.2013

THE BAPTIST GENERALS altes und neues gebacken bekommen





 


THE BAPTIST GENERALS dog 
2000



Wie übellaunige, leicht reizbare Violent Femmes minus Schuld-Komplex. So dermaßen gut, wie es oft nur Künstler vermögen, die eine beschränkte Zeitspanne lang ihre Kunst auf die Reihe bekommen, ansonsten so sehr mit sich selber und dem Umfeld beschäftigt sind, dass ständig die Nerven blank liegen und nichts zuende gebracht wird. Ich bin sicher, Chris Flemmons (der hauptsächlich hinter den Baptist Generals steckt) hat haufenweise Bänder bei sich in der Wohnung (Trailer in Texas?) liegen, die zum Niederknien gute Songs enthalten, die Flemmons selbst aber für den letzten Deck hält. Ein bisschen wie ein moderner Jim Ford. "Minus Schuldkomplex" war übrigens ein Witz. Nach 10jähriger Abstinenz soll es tatsächlich ein neues Album der Generäle geben, das da heißen wird "Jackleg Devotional to the Heart". Kommt am 21. Mai raus. Auf Sub Pop.









THE BAPTIST GENERALS jackleg devotional to the heart
2013





02.05.2013

39 CLOCKS kopf verdreht








39 CLOCKS 
13 more protest songs
1987




Ein Zug fuhr auf diesen Schienen schon lange nicht mehr. Und die 39 Clocks - die pschüschedelischte Pschüschedelik, die je aus deutschen Landen ... - gibt es leider auch nicht mehr. Lohnt aber immer wieder, bei ihren Platten Station zu machen, um sich von Jürgen Gleues unheimlichem Märchenonkelgesang und dem rauen Charme der Billigkeit den Kopf verdrehen zu lassen.

Ebenfalls lohnenswert sind die Seitenprojekte von Jürgen Gleue, seien es The Cocoon, Exit Out oder The Phantom Payn, die allesamt die 60er Garage der Clocks wahlweise in Free Jazz, Jazz oder Rückzugspsychedelia tunken. Jürgen Gleue sammelt seit einigen Jahren DDR-Comics, veröffentlicht aber keine Musik mehr.