18.08.2010

SUFJAN STEVENS suchen und finden in pickeral lake

Sufjan Stevens






Überzeugter Christ, der sich nicht zu schade ist, auch Kirchenmusik in seinen musikalischen Kanon einzubauen. Stevens versucht so etwas wie eine allumfassende Melange aus Folk, Gospel, Cheerleader-Chor, Peanuts-Soundtrack und Elektronik zu entwickeln und ist damit sehr sehr weit gekommen – auch wenn er auf seinem letzten Werk "The BQE" (2009) die thematisch angebetete Zubringerbrücke Brooklyn-Queens Bridge mit viel heißer Luft beschallt.

Seine beiden Hauptwerke - „Michigan“ und „Illinois“ - halten sich mit offensichtlich christlichen Themen relativ zurück. In die volle christliche Metaphernlandschaft, wo sich Gott und Teufel gute Nacht sagen, geht er bei „Seven Swans“, das er auch gleich bei New Jerusalem/Sounds Familyre veröffentlichte, dem Label von Daniel Smith.


Trotzdem wählt die ZU-ZEITEN-Redaktion ein Stück aus dem "Michigan"-Album aus: „Oh God, Where Are You Know? (In Pickeral Lake? Pigeon? Marquette? Mackinaw?)“:

Kommentare:

  1. woher diese neue begeisterung für die christlich- spirituelle sicht der dinge? bist du konvertiert?

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  2. Nein, das Ganze hat andere Gründe:

    Zum einen gab es auf Freitag.de einen Text über das "Christliche in der Pop-Kultur" (Titel: "Hallelujah"), bei dem unter anderem auf Kirchentagsmusik rumgeritten wird und überhaupt ein Widerspruch "Christliche Popmusik" vs. Rock'n'Roll konstruiert wird, was ich irgendwie ein billiges Ziel fand, gibt es doch eine Menge leidenschaftlicher Beispiele mehr oder weniger durchgeknaller Prediger in der Popmusik. Daher wollte ich mit Beispielen antworten, wo religiös gefärbte Musik durchaus keinen Widerspruch zu Rock abgibt. Ich machte mir schonmal eine Liste, habe das ganze dann aber nicht weiter verfolgt.

    Zum zweiten gab es im ZEIT-Online-Forum einen Thread, wo ein von mir geschätzter User und schwuler Aktivist irrtümlich unterstellt wird, er sei Priesteranwärter und Katholik gewesen. Dies fand ich so absurd und lustig, dass ich mich dadurch dazu hinreissen ließ, einen Thread mit "Songs für Priesteranwärter und andere Zeitgenossen mit katholischer Prägung" zu schreiben. Für diesen Thread habe ich nun meine obige, nie veröffentlichte Liste mit dem "christenrock" genommen und bearbeitet und ergänzt. Diese liste habe ich nun für Zu-Zeiten in die einzelnen Nennungen zerstückelt und veröffentliche sie nach und nach - wiederum überarbeitet und ergänzt - unter der serie "RAW RELIGION". Ich fand diesen Begriff bei John Fahey und habe mich augenblicklich darin verliebt. Mich interessiert in RAW RELIGION nicht der Glauben, sondern die Leidenschaft, die sie in die Musik hineinträgt.

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  3. dazu kann ich erstmal nur sagen: interessant.

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