26.08.2010

ELP und HAUNTED MUSIC


Dies ist der zweite Teil der sporadischen Kolumne 'Musik zu aktuellen Zeiten trifft Musik zu Urzeiten'.






POCAHAUNTED



"Tarkus" von Emerson, Lake & Palmer? …Hm… Was sagt der AllMusicGuide? Denn - unter uns - ich habe diesen aufgeblasenen Quatsch seit 19 Jahren nicht mehr gehört. Es können auch 29 sein. So genau weiß ich das nicht mehr. Ich weiß auch nicht mehr genau, wie "Tarkus" klingt. Auf alle Fälle schwierig und lang. Sehr lang. Ich habe versucht, die Platte bei ebay zu ersteigern. Aber ich merkte schnell, dass meine Preisvorstellung unterhalb des Mindestportos lag. Egal. Emerson, Lake & Palmer sind keine Gruppe, die heutzutage in Musikcheckerkreisen Punkte einbringt. Das muss als Charakterisierung genügen.

Ich gehe trotzdem an die Öffentlichkeit Mitteleuropas, um zu sagen: Es ist OK, Tarkus im Schrank zu haben, sie ausgewählt zu haben und die lange Titel-Suite durchgehört zu haben. Denn jeder sollte mal in früher Pubertät durch ein langes Hochkultur-Prog-Epos durch. Und wenn auch nur zu dem Zweck, sich entweder von derlei Kraftmeierei nachhaltig einseifen zu lassen oder für den Rest des Lebens mit Grausen abzuwenden. Man muss gar nicht tief in die miefige Grabbelkiste von 1970er Progrock greifen, um eine der beiden Initialerfahrung zu machen. Denn was damals ELP im Angesicht von großkotzigen 16-Tonnen-Synthesizern, Drum-Batterien und Klimper-Bombast in zig Monaten Studioarbeit umringt von einer Kohorte Tontechniker fabrizierten, das spielt heute eine Math-Rock-Band wie Mars Volta zum Aufwärmen im Tourbus.


Mittlerweile sind lange Tracks sowieso wieder eine völlige Selbstverständlichkeit, zumindest wenn man sich beispielsweise für Freeformrock-Kollektive aus Oregon interessiert oder die geisterhaften Gebiete erforscht, in denen Leute wie Pocahaunted, Sylvester Anfang II oder LA Vampires & Zola Jesus unheimlich herumhuschen. Dooms und und Drones gehen ja auch locker mal über eine Stunde. In jener haunted music wird nicht gekraftmeiert, sondern eine sehr spezielle Körperlosigkeit und Stase hergestellt, die - das ist meine Theorie und außerdem ein völlig anders Thema - viel gemein hat mit der Körperlosigkeit des Internets.


"Tarkus" dagegen ist uraltes, anachronistisches Technokratenhandwerk. Ist wie Zuckerwatte mit Löffel essen: schwierig und verzichtbar. Ist: Schaut, was ich alles an der Orgel kann! Rock ist gar nicht simpel, sondern schwierig wie Klassik. Wir können das technisch spielen, ihr nicht. Ätsch! Mehr steckt nicht dahinter, außer vielleicht eine gehörige Portion Eigentestosterondoping.


Zum Plot (denn ohne Plot kein Prog): "Tarkus" ist eine Art lebender Panzer mit Hybridmotor, der allerlei abenteuerliche Kämpfe auf dem aufklappbaren Albumcover besteht. Gegen andere lebende Hybrid-Panzer-Wesen, die mit Kanonen, Raketen, hakenbewehrten Eisenkettenschwänzen und ähnlichem bewaffnet sind. Stellvertretend habe ich versucht, dieses Panoptikum an Fabelwesen durch eine Briefwaage zu versinnbildlichen (siehe Foto).


Tarkus besiegt die Maschinenwesen jedenfalls fast alle und zieht buchstäblich kopflos auf dem letzten Bild von dannen. Wahrscheinlich sehr einsam. Kann sich ja jeder ausmalen. Wir lebende Panzer hauen uns gerne zu Klump, sind aber danach ganz schön traurig, weil wir einsam zurückbleiben. So in der Art etwa. Das ist das sehr bedeutsam, klar. Konzept. Komme mir keiner mit: Ihr müsst euch ja nicht prügeln. Sooo einfach ist das nicht. Was soll man denn machen, wenn man statt Arme nur Kanonen hat? Dann muss man ballern. Keine Widerrede. Haudraufundschluss.


Mittlerweile habe ich die ganze Platte doch mal wieder gehört, um der journalistischen Sorgfaltspflicht zu genügen. Auf der zweiten LP-Seite gibt es ein paar hübsche und weniger klotzig-lange Songs zu hören, von denen ich das leicht ironisch fließende "Jeremy Bender" sogar sehr gelungen finde. Greg Lake singt dort gar ein bisschen wie John Lennon, wie ich gerade in diesem Moment zu meinem Erstaunen feststellen muss. Bitte trotzdem nicht mehr Geld für "Tarkus" ausgeben, als eine Briefwaage wert ist.



Tarkus-Suite:



Jeremy Bender


Pocahaunted:


Die tollen LA Vampires & Zola Jesus: zwar nicht lang, aber haunted



Sylvester Anfang II:



Mars Volta



EDGAR BROUGHTON BAND abhängen mit den broughtons



Dies ist der erste Teil der sporadischen Kolumne 'Musik zu aktuellen Zeiten trifft Musik zu Urzeiten'.



Diese Kolumne wird sich im Verlauf mit Tier-Maschine-Hybriden, 16-Tonnen-Synthesizer, gut abgehangenen Schlachthaushälften, Drogies, Lazy-Playing in Kingston/Jamaica, geilen Auflösungserscheinungen, offenen Hosenställen und I-Was-Holzfällerhemd-Before-You-Were-Holzfällerhemd-Rock beschäftigen - falls nichts dazwischen kommt.


Ich komme im Moment einfach nicht raus aus den vergilbten Zeugnissen ferner Epochen, auch wenn das normalerweise gar nicht meine Art ist und ich jene Zeit, um die es hier geht, nicht unbedingt am Puls derselben verbracht habe, sondern eher am Rockzipfel meiner Mutter oder auf dem Bolzplatz einer beliebigen Kleinstadt mit Doppelnamen. Um dem Verdikt der Aktualität zu entsprechen, will ich versuchen, neuere Kulturerzeugnisse geschickt in die Fortsetzungstexte einzubauen, damit spätere Generationen sie auch genau auf 2010 datieren können.


Schuld an dieser momentanen Abkehr vom aktuellen Musikgeschehen ist übrigens mein Schwager, den ich durch reine Gedankensuggestion dazu brachte, mich zu fragen, ob ich nicht ein paar seiner alten Platten haben möchte. Ich schwöre, so ist es gewesen! Ich sagte also nicht nein und zog mit einem dutzend LPs von dannen, die mich zu jenen Urzeiten (bzw. etwas später) doch ziemlich prägten, als ich als 13 bis 16 Jähriger fast uneingeschrängten Zugriff zu seiner Sammlung hatte. Und da Popmusik im Moment sowieso nur noch die Bedeutung des Soundtracks zur Software hat, kann ich mich ja auch gleich in verruchte Epochen begeben, in denen Männer noch kein Deo kannten und Kupferkessel nur einmal die Woche Samstags heißes Badewannenwasser bereit hielten.



Den Anfang macht die Edgar Broughton Band.


1971, back in the heydays of sozialistische Rockerideologien made in Britain, kommt ihr selbstbetiteltes drittes Album heraus. Gemessen an dem rohen Coverfoto, das eine Halle voller Rinderschlachthälften zeigt, zwischen denen ein nackter Mann kopfüber, äh, abhängt, ist die Musik selbst schockierend einschmeichelnd und durchdacht, dabei durchaus mit Eingeweiden (die auf dem Cover schon fachgerecht entfernt sind) und Pathos (dunkel flirrende Streicher, Bläser, Chor), mit schwerem Bluesrock bisweilen, immer jedoch mit der dunklen Stimme Edgar Broughtons, die selbst in käsigen Momenten noch eine Gefährlichkeit markiert, wie sie sich damals zwangsläufig auch in Bart und fettigem Langhaar manifestierte. Das sind Rocker, Mann!


Die Innenansicht des Klappcovers mit den blutverkrusteten Gesichtern könnte als Blaupause späterer kuttenbehängter Sunn O)))-Pressefotos herhalten. Auch aktuelle Softrocker wie Midlake könnten sich ihre Bärte einmal im Spiegel der Edgar Broughton Band betrachten.

Die kämpferische Attitude Broughtons nimmt auch private Rückzüge in sich auf („All I want is a piece of my own/ A lot of land/ And some sticks to build a home“) oder sieht das Ende nahen, als sich ein Vogelschwarm kurz zu einer riesigen Säule formiert („Evening Over Rooftops“). Tatsächlich kann die Platte sehr überzeugend verbergen, wie gut sie auch heute noch ist.

Bewertung: 20 von 22 Fleischerhaken bei vorschriftsmäßiger Kühlhaustemperatur


Als Bonus nahm ich noch die zweite Broughton „Sing Brother Sing“ mit, auf der mir bis heute allerdings nur ein Song gefällt („There’s No Vibrations But Wait!“), der Rest ist uninspirierter Hippie-Rock-Psych-Jam-Kram. Die Platte ist signiert: „Peace Edgar Broughton“ + unleserlich. Das macht's nicht besser. Trotzdem: Peace.

Bewertung: 3 von 31 Prog-Drops.


(wird fortgesetzt, ausser es hagelt Proteste)





18.08.2010

DANIELSON FAMILE kirchentagshorde in gut

Danielson Famile





DANIELSEN FAMILE



Daniel Smith formte mit seiner Danielson Famile den Prototyp einer durchgeknallten Christenband. Preise den Herrn mit einem Sammelsurium aus lose chaotischem Folkgewusel! Ich preise gedankenlos mit.


SUFJAN STEVENS suchen und finden in pickeral lake

Sufjan Stevens






Überzeugter Christ, der sich nicht zu schade ist, auch Kirchenmusik in seinen musikalischen Kanon einzubauen. Stevens versucht so etwas wie eine allumfassende Melange aus Folk, Gospel, Cheerleader-Chor, Peanuts-Soundtrack und Elektronik zu entwickeln und ist damit sehr sehr weit gekommen – auch wenn er auf seinem letzten Werk "The BQE" (2009) die thematisch angebetete Zubringerbrücke Brooklyn-Queens Bridge mit viel heißer Luft beschallt.

Seine beiden Hauptwerke - „Michigan“ und „Illinois“ - halten sich mit offensichtlich christlichen Themen relativ zurück. In die volle christliche Metaphernlandschaft, wo sich Gott und Teufel gute Nacht sagen, geht er bei „Seven Swans“, das er auch gleich bei New Jerusalem/Sounds Familyre veröffentlichte, dem Label von Daniel Smith.


Trotzdem wählt die ZU-ZEITEN-Redaktion ein Stück aus dem "Michigan"-Album aus: „Oh God, Where Are You Know? (In Pickeral Lake? Pigeon? Marquette? Mackinaw?)“:

SPIRITUALIZED® pharmakodynamisch

Spiritualized®





Spiritualized®: Jason Pierce's Nachfolgeband von Spacemen 3. Gingen weiter auf dem selben Pfad und verbreiterten ihn zu einer üppigen Prachtstraße, die geradewegs in die Kathedrale führt. Mit viel mehr Gospel, Chöre, Orchester, Country und Elektronik, o Lord. Die Drogen blieben und spiegeln sich auch in der an Pharma-Design angelegten Bandpräsentation (http://www.spiritualized.com/admissions/). Empfehlenswerte Alben: „Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space“, „Let It Come Down“, „Amazing Grace®“.



Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space (live, 2009)


SPACEMEN 3 gehenlassen mit jesus


Spacemen 3






SPACEMEN 3



Spacemen 3 haben den Katholizismus mit Zitronensaft aus einem mit einer geweihten Kerze erhitzten Löffel in die Spritze gezogen. Brüder im Geiste der Velvet Underground und der Stooges. Wenn sie den Lord besingen, einfach Heroin mitdenken (und andersrum).




„Feel So Good“




„Walkin' with Jesus“


„Come Down Easy“


16.08.2010

BLIND WILLIE JOHNSON transzendent war die nacht




Blind Willie Johnson: "Dark Was The Night"






BLIND WILLIE JOHNSON


Als John Fahey in den 1950ern über die (US-)Lande zog, hörte er Blind Willie Johnsons "Praise God I'm Satisfied" auf einer Schallplatte und pries es als das beste Stück, welches er je gehört habe. Blind Willie Johnson war ein singender Straßenecken-Evangelist (oder wie würdest du „A singing street-corner evangelist“ übersetzen?), der die sehnendste Slide-Gitarre spielte, die mir überhaupt machbar erscheint. Da Johnson zudem noch ein tiefes, kratziges Brummen in seiner Kehle erzeugen konnte, hatte er alle Voraussetzungen, um mit „Dark Was The Night“ das "most transcendent piece in all American music“ (Ry Cooder) zu sliden und zu summen. Da transzendentale Stücke sich durch ihre universelle Bedeutung auszeichnen, verzichtet „Dark Was The Night“ auf Worte und lässt jedes verdammte Leid und jedes verdammte Hoffen in diesem flehenden Summen und den flirrend in der Luft stehenden Slidefiguren ihren Ausdruck finden. Nur ein "ooo, Lord" und "aaa, well" (oder "world" statt "well"?) entfleucht Blind Willie Johnson ab und zu mal.

Gepresst auf einer Schallplatte aus purem Gold fliegt der Song im Reisegepäck der Voyager den Sternen entgegen. Und hier mein Merksatz für alle angehenden Priesteranwärter: Wenn ein Mitschnitt Deiner Predigt mit einem Raumschiff zu den Sternen geschossen wird, dann hast Du es geschafft – und wenn Du es stattdessen immerhin schaffen sollten, eine einzige Seele davon zu überzeugen, keinen haltlosen Unfug über andere Personen zu erzählen, dann bist du in meiner Achtung sogar noch ein bisschen höher gestiegen.

Ein Video zu "Dark Was The Night" wartet mit einer kurzen, animierten Biographie auf, alle anderen Videos zu Blind Willie Johnson verbietet mir die tumbe Sony:



Music Matters - Blind Willie Johnson (23-3-10) from Music Matters on Vimeo.

15.08.2010

JOHN FAHEY over and over again


[RAW RELIGION]
John Fahey: "In Christ There Is No East Or West"


John Fahey


Überzeugter Christ und enorm einflussreicher Stahlsaiten-Gitarrist, Verstärker und Archivar primitiver amerikanischer Musikkulturen, Freund von Wiederholungen statt von Variationen, und darin so etwas wie der James Brown der Steel Guitar (Fahey: „No, there's no variation. I just play the same thing over and over“). Achtung, bitte nicht weiterlesen! War schwul!

Zudem war er noch bis zu seinem Tod Betreiber des Revenant-Labels, das sich auf die Dokumentation eben jener „Primitive Music“ spezialisiert hat, der Fahey seine musikalische Leidenschaft verdankt. Motto einer Sammlung alter Vorkriegsgospelmusik auf Revenant („American Primitive Vol.1“): Salve Christmas Guilt! Get Raw Religion! Und nun bitte mal raten, von wem ich den Serientitel RAW RELIGION geklaut habe.

Weswegen ich den Clip zu "In Christ There Is No East Or West" auswähle? Einmal wegen der rauen Religion, dann weil in eben jener Show mit Laura Weber - 'Guitar, Guitar' von 1969 - das "No variation"-Zitat gefallen ist (according to Sufjan Stevens), und außerdem weil es ein wunderbarer Effekt ist, wenn Fahey zu Anfang ein bisschen zart herumspielt, es nicht klar ist, ob das zum Track gehört, um dann erst richtig in das Thema einzusteigen. Keine Variation, nur Wiederholung, oder nicht?

Ich kenne leider das Interview nicht, das während der Show stattfand. Sufjan Stevens beschreibt es im Booklet zu einer John-Fahey-Tribut-CD als "awkward". Ferner soll John Fahey in Ermangelung eines Aschenbechers in das Korpusloch seiner Gitarre geascht haben!





14.08.2010

PERE UBU könig im königreich

Pere Ubu: „Jehova's Kingdom Comes!“



PERE UBU new picnic time

LP 1979


Ein Schock unter der kleinen Gemeinde der Liebhaber der Krach-Rock'nRoll-Synth-Avantgarde war es um 1979 herum, als bekannt wurde, dass David Thomas, Sänger der Krach-Rock'nRoll-Synth-Avantgarde-Gruppe Pere Ubu zu den Zeugen Jehova's konvertiert war. Das schien die Gruppe aber überhaupt nicht davon abzuhalten, ihr sperrigstes, fragmentarischtes Album zu erkämpfen: „New Picnic Time“ (1979), dessen letzter Track besagtes „Jehova's Kingdom Comes!“ war. Nach Abschluss des Albums war die Band ein Haufen vergifteter Beziehungen, der sich erstmal eine zeitlang aus dem Weg gehen musste.

„Jehova's Kingdom Comes!“ ist ein sumpfiger Surf-Rocker, in den sich ab und an ein Jerichobläserartiger Synthie durchschlägt. David Thomas jammert, brabbelt und croont sich mehrstimmig durch den Song, wiederholt die Zeilen „Jehova's kingdom comes!“ und „These are the best times of all!“ wie ein Mantra. Seltsame Vibrationen für den Königreichssaal!

Auf „Datapanic in the Year Zero“, einer CD-Box, die die ersten sieben Schaffensjahre der Band dokumentiert, wurde aus „Jehova's Kingdom Comes!“ einfach nur noch „Kingdom Come“. David Thomas ließ Stimmspuren aus dem Track entfernen. „Jehova“ war nicht mehr zu hören. Was blieb: „These are the best times of all!“ Offenbar war Jehovas Königreich so schnell gegangen, wie es gekommen war.

Was soll der angehende Priester daraus lernen? Wenn man einmal etwas aus tiefer Überzeugung glaubt, ist das aber echt noch lange kein Grund, seine Meinung später nicht noch einmal zu ändern.


(Link zu „Jehova's Kingdom Comes!“ nicht auffindbar, daher hier ein Ersatzvideo)


13.08.2010

VIOLENT FEMMES im vaterclinch

Violent Femmes: "See My Ships"






VIOLENT FEMMES - "3"
(1988)




Mindestens ab Platte Zwei (Hallowed Ground) vertonten die Femmes den zweifelnden und leidenschaftlichen Katholizismus von Gordon Gano, der möglicherweise ein vaterfixiertes Problem hatte, welches er durchaus auch mal in der Violent-Femmes-typischen Art des zynischen Spottliedes beackerte („I'm just like my father/ But I am much worse/ He hurt his mother/ I hurt mine worse“, aus „Just Like My Father“).


Auf dem letzten Song („See My Ships“) begleitet Gordon Gano seine Suche nach Schuld und Erlösung ganz alleine mit Akustikgitarre und erschütternder Ernsthaftigkeit. Dabei vermengt er das offensichtlich tief in ihm verwurzelte Gnadens- und Schuldrepertoire der Bibel mit dem Tod Mavin Gays durch die Hand dessen Vaters. Ich weiß nicht, wie das ganze bei Gano ausging, aber von den Violent Femmes kam danach nicht mehr viel. Schon für „3“ hatte sich damals (1988) niemand mehr interessiert. Aber das Album gehört zu den intensivsten Aufnahmen der Femmes. Die Platte ist übrigens ihre Vierte, die „3“ bezieht sich auf die Anzahl der Bandmitglieder.

11.08.2010

KEITH RICHARDS + WINGLESS ANGELS lifes

Richards Autobiografie wird am 26. Oktober veröffentlicht. Die deutsche Ausgabe erscheint beim Heyne-Verlag und hat 900 Seiten.




Kleiner, spiritueller, wirklich runterstrippender Zeitvertreib bis dahin: Richards alter Freund - der kürzlich verstorbene Justin Hinds - und seine letzten Aufnahmen mit den Wingless Angels. Hier im Stream:

http://www.winglessangels.com/