23.09.2009

NICK MASON's robert-wyatt-album






Wer von Robert Wyatt das Meiste hat, weil er/sie Robert Wyatt so schätzt (warum auch sonst?), der/die sollte ruhig mal Nick Mason’s „Fictitious Sports“ (1981) mitnehmen, falls er/sie es irgendwo stehen oder zum Download bereit sieht. So tat ich es nämlich letztens und habe es als alter Wyatt-Addikt nicht bereut.

Wyatt singt auf 7 von 8 Songs. Und irgendwie wird alle Musik, zu der er singt, immer automatisch zu genuiner Robert-Wyatt-Musik. Die Songs selber sind nicht etwa von Nick Mason (Pink Floyd-Drummer, für die Zugezogenen) komponiert, sondern allesamt von Carla Bley, die auch mitspielt. Aufgenommen 1979 in New York, lässt „Fictitious Sports“ tatsächlich manchmal ein bisschen den damaligen zickigen NYC-Wave-Funk durchscheinen, es überwiegt dabei aber ein für die Keyboarderin und Jazz-Komponistin Carla Bley irgendwie typischer Weill’scher Einschlag.

Recht viele Blasinstrumente sind versammelt, aber z.B. auch die E-Gitarre Chris Spedddings. Kein wirklich schwaches Stück (mehr Song als Jazz), immer noch hörbar. Und wie gesagt, Robert Wyatt summt nicht nur ein bisschen mit, sondern ist so prominent platziert wie auf seinen eigenen Platten. Nick Mason hat’s zusammen mit Frau Bley produziert. Ziemlich gute Platte. Michael Mantler und Gary Windo mischen auch mit. Mason gebührt ja sowieso viel Respekt für die Produktion von „Rock Bottom“.